Interfraktionelle Motion AL/GPB-DA/PdA+, SP

Interfraktionelle Motion AL/GPB-DA/PdA+, SP (Mess Barry, parteilos/Daniel Egloff, PdA/Fuat Köçer, Halua Pinto de Magalhães, SP): Unterstützung von Flüchtlingen beim Abschluss einer Ausbildung

Eine Flucht aus der Heimat bedeutet immer einen Bruch in der Biographie und dies in vielerlei Hin- sicht. Der Ort, wo man zuhause war, die Wohnung, Freunde und Verwandte, Sicherheit, Arbeits- oder Studienplatz usw. verschwinden aus dem Leben. Umso wichtiger ist es, an bestimmten Punk- ten anknüpfen zu können und Perspektiven zu haben.

Ein wichtiger Aspekt betreffend der Zukunft ist eine abgeschlossene Ausbildung, doch entspre- chende Diplome von Personen aus Drittstaaten werden selten anerkannt. Das Abschliessen einer Weiter- oder Zweitausbildung, sei es eine Berufsausbildung oder ein Weiterstudium, macht doppelt Sinn, ob die Betroffenen schlussendlich in ihr Herkunftsland zurückkehren oder dauerhaft in der Schweiz bleiben – entweder ist der Abschluss eine sinnvolle Entwicklungshilfe oder eine Integrati- onshilfe. Dies wurde von Universitäten im In- und Ausland auch bemerkt. Beispielsweise sucht die Berner Fachhochschule, gemäss ihrer Leiterin Kommunikation Elisabeth Hasler (Artikel im „Bund“ vom 2. 9. 2015), nach Lösungen, um „bildungsaffinen Personen unter den Flüchtlingen“ ein Wei- terstudium zu ermöglichen. Die grössten Hindernisse seien dabei gemäss Frau Hasler der gesi- cherte Aufenthaltsstatus sowie der Nachweis von Vorqualifikationen. Weitere Schwierigkeiten sei- en jedoch auch die Finanzierung von Studienkosten, der Lebensunterhalt und die für ein Studium erforderlichen Sprachkenntnisse.

Auch in der Stadt Bern leben Personen, welchen Schutz gewährt worden ist, und verschiedene Bildungsinstitutionen haben hier ihren Sitz. Entsprechend sollte sie hier Verantwortung überneh- men und sich für Lösungen der genannten Schwierigkeiten einsetzen. Darum fordern wir den Ge- meinderat auf, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die bestehenden Hindernisse zu beseiti- gen, und Flüchtlingen ermöglichen ihre begonnene oder geplante Ausbildung zu absolvieren. Konkret bedeutet dies:

  1. Finanzierung von Lebenshaltungskosten und Ausbildungskosten: Die Stadt nimmt Kontakt mit dem Kanton auf, um eine reibungslose und unkomplizierte Gewährleistung von Stipendien für Flüchtlinge zu gewährleisten.
  2. Die Stadt vermittelt jeweilige Angebote von Sprachkursen, wo Flüchtlinge notwendige Sprach- diplome erwerben können.

Begründung der Dringlichkeit

Angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise ist schnelles, vorausschauendes Handeln nötig!

Die Dringlichkeit wird vom Büro des Stadtrats abgelehnt.

Bern, 26. November 2015

Erstunterzeichnende: Mess Barry, Daniel Egloff, Fuat Köçer, Halua Pinto de Magalhães Mitunterzeichnende: Luzius Theiler, Christa Ammann, Michael Steiner, Yasemin Cevik, Katharina Altas, Nadja Kehrli-Feldmann, Peter Marbet, Johannes Wartenweiler, Nora Krummen, Marieke Kruit, Patrizia Mordini, Lena Sorg, Michael Sutter, David Stampfli, Lukas Meier, Stefan Jordi, An- nette Lehmann, Martin Krebs, Benno Frauchiger, Gisela Vollmer, Thomas Göttin

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